Ethische und technische Herausforderungen von GPS-Sendern

GPS-Sender können Personen mit Demenz und ihren Angehörigen große Geborgenheit verleihen. Die Sender können für ein höheres Maß an Unabhängigkeit und für mehr Lebensqualität sorgen, weil die Demenzerkrankten spazieren gehen können ohne befürchten zu müssen, sich zu verirren. Auch die Angehörigen müssen sich weniger Sorgen machen, weil sie wissen, dass der GPS-Sender helfen kann, falls der Demenzerkrankte nicht mehr zurück nach Hause finden kann.

Werden GPS-Sender für den Schutz von Personen mit Demenz verwendet, führt dies jedoch auch ethische und technische Herausforderungen mit sich – ethische Herausforderungen, weil das GPS-System die Person mit Demenz in der Regel ununterbrochen überwacht, und technische Herausforderungen, weil GPS-Sendern schnell der Strom ausgeht. Man muss zudem das GPS-System laufend überwachen, und die Bedienung kann kompliziert sein.

  • Privatsphäre und Unabhängigkeit
  • Mit GPS-Systemen verbundene Herausforderungen
  • Alternativen zu GPS-Systemen

Privatsphäre und Unabhängigkeit

Die Verwendung von GPS-Sendern zur Überwachung von Personen mit Demenz kann leicht zu Konflikten führen. Zum einen möchten sowohl die Angehörigen als auch der Demenzerkrankte selbst alles dafür tun, dass sich Letzterer in Sicherheit befindet und nicht verschwindet. Zum anderen möchte die Person mit Demenz auch ihre Privatsphäre schützen und ihre Unabhängigkeit bewahren.

Die Verwendung eines GPS-Senders hat so große Vorteile, dass sie die Nachteile bis zu einem gewissen Punkt ausgleichen. Das Ortungssystem kann dazu beitragen, dass die Person mit Demenz nicht verschwindet. Der größte Nachteil ist, dass die meisten GPS-Sender die Person auf Schritt und Tritt überwachen und jede Ortsveränderung registrieren. Die Person mit Demenz wird dadurch 24 Stunden am Tag überwacht und nicht nur dann, wenn es eigentlich nötig ist.

Deshalb kann es schwierig sein, die Person mit Demenz dazu zu überreden, ein Ortungssystem zu benutzen. Neben den Einwänden bezüglich der Überwachung können Personen mit Demenz auch generell neuen und unbekannten Dingen gegenüber abweisend sein. Auch wenn man sich Mühe macht, das Ortungssystem vorzustellen, wollen einige Demenzerkrankte nichts mit dem Ortungsgerät zu tun haben. In manchen Fällen nimmt man sich am besten der Person an, indem man zuallererst an ihre Sicherheit denkt und kein schlechtes Gewissen hat, weil man z. B. ein Ortungsgerät in ihrer Kleidung o. Ä. verbirgt.

Mit GPS-Systemen verbundene Herausforderungen

Neben den Herausforderungen bezüglich der Privatsphäre des Demenzerkrankten sind auch einige praktische Herausforderungen mit der GPS-Überwachung verbunden.

Hoher Stromverbrauch

GPS-Sender für Personen mit Demenz melden sehr oft ihren Standort. Dafür wird viel Strom benötigt, weshalb die Sender regelmäßig aufgeladen werden müssen. Die meisten GPS-Sender müssen einmal täglich aufgeladen werden.
Falls die Angehörigen oder das Pflegepersonal vergessen, das Gerät aufzuladen, besteht die Gefahr, dass der Akku des GPS-Senders genau dann leer ist, wenn die Person mit Demenz die Wohnung verlässt und nicht zurückkehrt. 

Präzision

Der GPS-Sender kann nicht präzise melden, wo sich die Person mit Demenz befindet. Die Ungenauigkeit des GPS-Signals beträgt zwischen 20 und 75 Metern. Befindet sich die Person an einem sehr belebten Ort, in einem Wald oder in einem dicht bewachsenen Bereich, kann die Ungenauigkeit es erschweren, die Person zu finden. Glücklicherweise können die Hundestaffeln der Polizei in der Regel helfen und die Person finden, wenn der Suchbereich räumlich begrenzt ist.

Falls sich die Person mit Demenz in einem Gebäude befindet, kann der GPS-Sender jedoch nicht immer dabei helfen, sie zu finden, da GPS-Sender das GPS-Signal leider nur selten in Gebäuden empfangen können.

Gewöhnung

Vielen Personen mit Demenz sind neue Gegenstände nicht ganz geheuer. Deshalb sollte man berücksichtigen, woran der Demenzerkrankte gewöhnt ist. Falls er es gewohnt ist, eine Uhr zu tragen oder seine Schlüssel mitzunehmen, kann ein eingebauter GPS-Sender im Schlüsselring oder in einer Uhr eine gute Lösung sein. Falls nicht, ist die Gefahr groß, dass die Uhr oder die Schlüssel an dem Tag zu Hause zurückbleiben, an dem die Person die Wohnung verlässt und nicht zurückkehrt.

Man kann den GPS-Sender stattdessen in die Jacke einnähen oder ein Ortungsgerät in eine Schuhsohle legen. Falls die Person mit Demenz mehrere Jacken hat oder mehrere Paar Schuhe verwendet, werden jedoch mehrere Sender benötigt um sicherzustellen, dass die Wahl der Schuhe oder der Jacke keinen Einfluss auf die Überwachung hat. Wird der GPS-Sender in eine Jacke oder einen Mantel eingenäht, muss man beachten, dass es schwierig sein kann, den Sender aufzuladen, und dass dieser kaputtgehen kann, falls er zusammen mit der Jacke/dem Mantel gewaschen wird.

Alternativen zu GPS-Systemen

Es gibt andere Arten von Ortungssystemen, die im Alltag der Person mit Demenz vielleicht besser funktionieren. In den meisten Pflegeheimen gibt es z. B. Türalarme. Das Pflegepersonal muss aber dennoch äußerst aufmerksam sein, weil der Alarm nur den Augenblick registriert, in dem die Person mit Demenz nach draußen geht. Es muss daher schnell reagieren und die Person zurückbegleiten, bevor sie sich zu weit entfernt und nicht mehr gefunden werden kann.

Das Otiom, eine vollkommen neue Art von Ortungssystem, stellt eine Alternative zu den gewöhnlichen GPS-Sendern dar. Es verwendet hochmoderne Ortungstechnologie und wurde als erstes Produkt gezielt entwickelt, um alle Anforderungen zu erfüllen, die bei der Suche nach Personen mit Demenz gestellt werden.

Das Ortungssystem Otiom kombiniert verschiedenen Technologien, um die Herausforderungen zu lösen, die bei gewöhnlichen GPS-Sendern für Personen mit Demenz auftreten können. Diese Technologien heißen GPS, Bluetooth und NB-IoT. Letztere ist vollkommen neu und eine Abkürzung von Narrowband – Internet of Things. Das NB-IoT-Netzwerk sendet sehr kleine Datenmengen, die selbst dann noch empfangen werden, wenn andere Signaltypen aufgrund der Verhältnisse versagen.

Das Otiom hat dank der Kombination verschiedener Technologien folgende Vorteile: 

  • Viel geringerer Stromverbrauch
    Das Otiom kann sich drei Monate lang im Standby befinden – es ist stets genug Strom vorhanden, um die Person mit Demenz zu finden. Die Benutzer werden benachrichtigt, wenn das Otiom aufgeladen werden muss. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass an dem Tag genug Strom vorhanden ist, an dem ein aufgeladener Akku den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen kann.
  • Präzisere Ortung
    Die Kombination verschiedener Technologien ermöglicht eine präzisere Ortung als mit Systemen, die ausschließlich das GPS-Signal verwenden. Das Ortungsgerät des Otiom kann seinen Standort extrem genau anzeigen und funktioniert auch in Gebäuden.
  • Leichte Verwendung
    Das Ortungssystem des Otiom wird mithilfe einer App auf einem Smartphone bedient. In der App können Bereiche und Zeitpunkte eingestellt und das System dadurch an den Alltag und die Abläufe des Demenzerkrankten angepasst werden – auch dann, wenn sich die Anforderungen der Demenzkrankheit an das Ortungssystem ändern.

Das Ortungsgerät ist klein und kann problemlos in die Kleidung eingenäht oder in eine Tasche gelegt werden. Es hat auch keine Tasten, damit man nicht versehentlich etwas falsch machen kann.

  • Ortet nur dann, wenn es nötig ist
    Das Otiom verleiht Personen mit Demenz die Freiheit, so zu leben, wie sie es wünschen. Sie können Spaziergänge machen, den Nachbarn besuchen oder tanzen gehen, ohne dass es jemand mitverfolgen kann. Das Ortungsgerät löst nur dann einen Alarm aus, falls die Person ihre normale Route verlässt oder zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt unterwegs ist. Dies verschafft der Person mit Demenz mehr Privatsphäre, eine größere Unabhängigkeit und mehr Geborgenheit.
  • Robuster Sender
    Das Otiom ist wasserdicht und daher bis zu 60 Grad waschmaschinengeeignet. Das Ortungsgerät des Otiom ist außerdem äußerst stoßfest.

Das Otiom

Hier können Sie mehr über das Otiom erfahren. Es verwendet modernste Ortungstechnologie, damit sich Personen mit Demenz jederzeit sicher sein können, gefunden zu werden – und die Angehörigen beruhigt sind.

Mehr erfahren

Das Otiom wurde in Zusammenarbeit mit Demenzerkrankten und Angehörigen entwickelt

Das Otiom ist das Ergebnis einer der größten Kooperationen zwischen öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen in Dänemark. An dieser Zusammenarbeit waren u. a. der Interessenverband Ældre Sagen, die Gemeinde Aalborg und die Universität Aalborg beteiligt.

Dabei respektierten alle Parteien, dass die Privatsphäre der Personen mit Demenz geschützt werden muss. Die Angehörigen und Demenzerkrankten, die an der Entwicklung des Otiom beteiligt waren, erzählten, dass es ihnen wichtig ist, dass Personen mit Demenz so lange wie möglich so selbständig wie möglich leben können.

Die an der Zusammenarbeit beteiligten Angehörigen und Demenzerkrankten legten Wert darauf, dass Personen mit Demenz das Recht haben, selbst zu entscheiden und sich frei zu bewegen – und zwar ohne dass sie befürchten müssen, zu verschwinden oder überwacht zu werden. Mehrere der Personen mit Demenz verglichen Ortungssysteme mit einem Gefängnis und nannten sie eine Pestilenz. Andere fanden, dass Ortungssysteme für Geborgenheit sorgen und hilfreich sind – falls man denjenigen vertrauen kann, die mitverfolgen können, wo sich der Demenzerkrankte befindet.

Das optimale Ortungssystem für Personen mit Demenz muss daher sowohl den Wunsch der Demenzerkrankten nach Freiheit als auch das Sicherheitsbedürfnis der Angehörigen zufriedenstellen. Viele Angehörige verwenden nämlich viel Energie darauf, sich Sorgen zu machen, ob der Demenzerkrankte in Sicherheit ist und wieder nach Hause finden kann.

Otiom berücksichtigt die Bedürfnisse beider Gruppen, da das System so eingestellt werden kann, dass es zum Alltag des Benutzers passt – und dadurch sowohl das gewünschte Geborgenheitsniveau bereitstellt als auch die erforderliche Freiheit verleiht. Darüber hinaus entscheidet die Person mit Demenz – oder ihre Angehörigen – selbst, wer benachrichtigt werden soll, falls das Ortungsgerät einen Alarm auslöst. Dabei kann es sich um Familienmitglieder oder andere nahestehende Helfer wie z. B. einen Nachbarn handeln.